6 Serien, die eine Schwangerschaft im Cast clever lösten
Wenn eine Serien-Hauptdarstellerin während der Dreharbeiten schwanger wird, gibt es für die Produktion im Grunde zwei Wege: den Babybauch mit Taschen, weiten Mänteln und cleveren Kameraeinstellungen verstecken, oder die Schwangerschaft direkt in die Handlung schreiben. Aktuell ist das Thema wieder präsent, weil sich Madelyn Cline, Hauptdarstellerin von „Outer Banks“, öffentlich dazu geäußert hat, was aus ihrer Sicht erfüllt sein müsste, damit eine Schwangerschaft ihrer Figur Sarah Cameron jemals Teil der Serie würde. Genaue Details dazu sind nicht bekannt, aber der Fall zeigt gut, wie oft echtes Leben und Drehbuch bei Serien kollidieren.
Die zweite Variante – Schwangerschaft ins Drehbuch schreiben statt verstecken – hat einige Serien tatsächlich besser gemacht, nicht schlechter. Hier sind sechs Beispiele, bei denen das gut funktioniert hat.
1. The Office (US)
Jenna Fischer, die die Rezeptionistin Pam Beesly spielt, war während der Produktion schwanger. Die Serie hat daraus keine Notlösung gemacht, sondern eine der ruhigeren, warmherzigeren Handlungslinien der späteren Staffeln. Pams Schwangerschaft und die Geburt ihres Kindes wurden Teil der Beziehung zu Jim, ohne dass die Serie ihren Humor verlor.
2. How I Met Your Mother
Alyson Hannigans Schwangerschaft wurde bei Lily eingebaut, inklusive der für die Serie typischen Mischung aus Chaos und Herzlichkeit. Die Figur Lily war in der Erzählstruktur ohnehin oft der emotionale Ankerpunkt der Gruppe, deshalb passte eine Schwangerschaft thematisch, ohne den Rest der Handlung zu verdrängen.
3. Bones
Bei „Bones“ wurde die Schwangerschaft von Emily Deschanel zum Anlass für eine der größeren Entwicklungen der Titelfigur Temperance Brennan. Eine Figur, die lange als rein rational und distanziert angelegt war, bekam dadurch eine neue Ebene. Das hat der Serie nicht geschadet, sondern ihr noch eine Staffel lang zusätzlichen Stoff gegeben.
4. Grey's Anatomy
„Grey's Anatomy“ hat über die Jahre mehrfach reale Schwangerschaften seiner Besetzung in die Handlung integriert. Chandra Wilson, die Dr. Miranda Bailey spielt, ist ein bekanntes Beispiel dafür. Die Serie hat früh gezeigt, dass ein Krankenhaus-Setting genug Raum bietet, um Schwangerschaft, Beruf und Stress glaubwürdig zusammenzudenken.
5. Sex and the City
Miranda Hobbes' Schwangerschaft in der Serie fiel zeitlich mit der echten Schwangerschaft von Cynthia Nixon zusammen. Für eine Serie, die stark auf die Lebensrealität von Frauen in New York ausgerichtet war, passte das Thema inhaltlich gut, statt wie ein aufgesetztes Extra zu wirken.
6. New Girl
Bei „New Girl“ wurde die Schwangerschaft von Zooey Deschanel in die Figur Jess eingebaut. Die Serie hat das mit ihrem üblichen Ton aus Chaos und Zuneigung verbunden, ohne die Beziehungsdynamik der WG-Truppe komplett umzubauen.
Warum das nicht immer so glatt läuft
Nicht jede Serie hat den Raum dafür. Bei Action- oder Krimiserien mit engem Handlungsbogen kann eine Schwangerschaft schwerer unterzubringen sein, ohne den Spannungsbogen zu unterbrechen. Deshalb entscheiden sich manche Produktionen bewusst dagegen und kaschieren den Bauch lieber mit Kostüm und Kamera, bis die nächste Staffelpause kommt. Beide Wege sind legitim – es hängt vom Ton und Tempo der jeweiligen Serie ab.
Bei „Outer Banks“ ist die Ausgangslage speziell, weil die Serie stark auf körperliche Action, Wasser-Szenen und schnelle Wendungen setzt. Eine Schwangerschaft der Hauptfigur würde also nicht einfach nebenbei laufen, sondern müsste in die Abenteuer-Mechanik der Serie eingepasst werden. Dass Madelyn Cline dazu öffentlich Stellung bezogen hat, zeigt vor allem, dass Schauspielerinnen zunehmend selbst mitreden wollen, wie ihr echtes Leben mit der Rolle verhandelt wird – statt dass die Produktion allein entscheidet, was hinter der Kamera passiert und was im Drehbuch landet.
Was das für den Serienabend bedeutet
Für Zuschauer ist der Unterschied oft gar nicht so auffällig, wie man denken würde. Eine gut geschriebene Schwangerschaftshandlung fällt selten als Störung auf, weil sie meist an bestehende Beziehungen und Charakterentwicklungen andockt. Schlecht gemacht, wirkt sie dagegen wie ein Fremdkörper, der die Handlung ausbremst.
Wer die sechs genannten Serien noch nicht kennt oder länger nicht gesehen hat, findet in den entsprechenden Staffeln also nicht nur eine Randnotiz aus der echten Produktionsgeschichte, sondern in der Regel auch eine der stärkeren, menschlicheren Phasen der jeweiligen Serie. Das macht sie zu einem guten Einstieg für einen Abend, an dem es weniger um Spannung und mehr um Figuren gehen soll, die sich glaubwürdig weiterentwickeln.