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Acht Buchverfilmungen für einen Abend mit Substanz

Acht Literaturverfilmungen, die als eigenständige Filme funktionieren und sich auch ohne Kenntnis der Romanvorlage lohnen.

· 3 Min. Lesezeit

Wer heute Abend einen Film sucht, der mehr bietet als schnelle Unterhaltung, findet bei literarischen Vorlagen oft die dichteren Geschichten. Diese acht Verfilmungen zeigen, dass ein gutes Buch nicht zwangsläufig gegen einen guten Film ausgetauscht wird - manche Regisseure haben aus der Vorlage etwas Eigenständiges gemacht.

Der Pate

Francis Ford Coppolas Verfilmung von Mario Puzos Roman gilt vielen als Beispiel dafür, dass ein Film die Vorlage übertreffen kann. Die Geschichte um die Familie Corleone funktioniert als Studie über Macht, Loyalität und Verfall - langsam erzählt, aber ohne Leerlauf. Wer den Roman kennt, erkennt, wie viel Atmosphäre durch Bildsprache statt durch Text entsteht.

Der Herr der Ringe: Die Gefährten

Peter Jacksons Umsetzung von Tolkiens Fantasy-Epos musste eine enorme Menge an Weltenbau in Spielfilmlänge pressen. Statt jedes Detail zu übernehmen, konzentriert sich der Film auf die Reise selbst und auf die Beziehungen zwischen den Figuren. Für einen Abend zu zweit oder allein eignet er sich, wenn genug Zeit für die volle Länge eingeplant ist.

Schindlers Liste

Steven Spielbergs Film basiert auf Thomas Keneallys Buch über den Fabrikanten Oskar Schindler. Die Verfilmung verzichtet weitgehend auf Musik und setzt auf reduzierte, oft in Schwarz-Weiß gehaltene Bilder. Das macht den Film anstrengender als die meisten anderen auf dieser Liste, aber auch eindringlicher. Kein Film für einen leichten Abend, dafür einer mit Wirkung.

Fight Club

Chuck Palahniuks Roman liefert die Grundlage für einen der ungewöhnlicheren Filme der späten Neunziger. David Fincher übernimmt den zynischen Ton der Vorlage und verstärkt ihn visuell. Wer den Roman nicht kennt, verliert nichts an Verständnis - der Film erklärt sich selbst, auch wenn er beim zweiten Sehen anders wirkt als beim ersten.

Die Verurteilten

Diese Verfilmung basiert auf einer Novelle von Stephen King, die sich thematisch deutlich von seinen bekannteren Horrorgeschichten unterscheidet. Erzählt wird von einer langen Haftstrafe, Freundschaft und der Frage, was Hoffnung unter widrigen Umständen bedeutet. Der Film nimmt sich Zeit für seine Figuren, was ihn zu einem der ruhigeren Titel in dieser Liste macht.

Das Parfum

Patrick Süskinds Roman gilt als schwer verfilmbar, weil ein zentrales Thema - Gerüche - im Film nicht direkt darstellbar ist. Tom Tykwers Umsetzung löst das über Bildsprache und Erzählstimme. Das Ergebnis bleibt eine ungewöhnliche Mischung aus Historiendrama und Thriller, die sich von klassischeren Buchverfilmungen deutlich abhebt.

Gone Girl

Gillian Flynns eigener Roman diente als Vorlage für ihr eigenes Drehbuch, was der Verfilmung eine seltene Werktreue gibt. David Fincher inszeniert die Geschichte um eine verschwundene Ehefrau als Mischung aus Beziehungsdrama und Thriller. Wer die Wendungen des Buchs nicht kennt, sollte vor dem Film nichts darüber lesen.

Der Vorleser

Bernhard Schlinks Roman über eine Beziehung zwischen einem Jugendlichen und einer älteren Frau, die später vor Gericht steht, wurde mit internationaler Besetzung verfilmt. Der Film konzentriert sich auf die moralischen Fragen der Vorlage, ohne sie aufzulösen. Das macht ihn zu einem Film, über den man nach dem Schauen noch reden will.

Worauf es bei Buchverfilmungen ankommt

Nicht jede Verfilmung, die nah am Text bleibt, funktioniert automatisch gut - und nicht jede, die stark abweicht, scheitert. Die acht genannten Filme haben gemeinsam, dass sie als eigenständige Werke funktionieren, unabhängig davon, ob man die Vorlage gelesen hat. Wer das Buch kennt, sieht zusätzliche Details. Wer es nicht kennt, verpasst nichts Wesentliches.

Für einen Abend lohnt sich vorher ein kurzer Blick auf die Laufzeit. Mehrere dieser Filme liegen deutlich über zwei Stunden, was bei einem späten Start zum Problem werden kann. Wer wenig Zeit hat, startet eher mit Die Verurteilten oder Gone Girl als mit Der Pate oder Der Herr der Ringe.

Ob ein Titel aktuell bei einem bestimmten Streaminganbieter verfügbar ist, ändert sich häufig. Ein kurzer Check in der jeweiligen App vor dem Abend spart Enttäuschungen - gerade bei älteren Filmen wandern Lizenzen öfter zwischen Anbietern hin und her.

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