Die Schule der kleinen Hexen – Original oder Neuauflage?
Vor Harry Potter gab es schon Zauberschulen im Fernsehen. Ein Blick auf Original und Neuauflage von "The Worst Witch" und wofür sich welche Version eignet.
Wer heute nach Zauberschulen im Fernsehen sucht, landet fast automatisch bei Hogwarts. Dabei gab es das Motiv schon lange vorher. "The Worst Witch", in Deutschland als "Die Schule der kleinen Hexen" bekannt, basiert auf Büchern von Jill Murphy aus den 1970er-Jahren. Die erste TV-Serie lief bereits 1998, also noch bevor Harry Potter im Kino ankam. Wer sich fragt, ob sich das Original oder die spätere Neuauflage von 2017 eher lohnt: Es kommt darauf an, ob man Nostalgie sucht oder eine Serie, die auch jüngere Kinder heute noch fesselt.
Eine Zauberschule vor Hogwarts
Die Grundidee ist vertraut, weil sie später von Harry Potter aufgegriffen und massentauglich gemacht wurde: eine tollpatschige Neue an einer Internatsschule für Hexen, strenge Lehrerinnen, eine beste Freundin, eine Rivalin. Mildred Hubble, die Hauptfigur, ist das genaue Gegenteil eines Wunderkinds. Sie fällt vom Besen, vertauscht Zaubertränke und gerät ständig in Schwierigkeiten. Das macht die Serie sympathisch, weil sie nicht auf Heldentum setzt, sondern auf Alltag in einer ungewöhnlichen Umgebung.
Für den deutschsprachigen Raum ist das relevant, weil viele Zuschauer die Serie noch aus dem Nachmittagsprogramm kennen. Sie lief im deutschen Fernsehen zu einer Zeit, in der Zauberschulen im Kinderfernsehen noch kein etabliertes Genre waren.
Das Original von 1998
Die erste Serie wurde in Großbritannien produziert und ist klar als Kinderfernsehen der späten Neunziger erkennbar: einfache Kulissen, spürbar begrenztes Budget, aber ein Cast, der die Figuren mit viel Ernsthaftigkeit spielt. Das gibt der Serie einen eigenen Charme, der nichts mit heutiger Effekttechnik zu tun hat.
Wer die Serie aus der Kindheit kennt, findet hier genau das wieder: die etwas hölzerne Optik, aber auch eine Geschichte, die sich Zeit lässt und nicht auf schnelle Schnitte setzt. Für Erwachsene, die aus Nostalgie einschalten, funktioniert das gut. Für Kinder, die mit moderner Serienoptik aufgewachsen sind, kann die Machart heute langsam wirken.
Die Neuauflage von 2017
2017 kam eine komplette Neuproduktion, in Koproduktion von CBBC und später auch international vertrieben. Die Geschichte bleibt im Kern gleich, aber Optik, Tempo und Erzählweise sind spürbar zeitgemäßer. Die Schauplätze wirken aufwendiger, die Kameraführung ist dynamischer, und die Serie richtet sich klarer an ein Publikum, das mit schnelleren Schnittfolgen aufgewachsen ist.
Inhaltlich bleibt die Neuauflage nah an der Buchvorlage, verändert aber einzelne Figuren und Nebenstränge. Wer das Original kennt, wird Unterschiede in Tonfall und Tempo bemerken, ohne dass die Grundidee verloren geht.
Original oder Neuauflage – was passt wofür
- Wer selbst mit der Serie aufgewachsen ist und Nostalgie sucht, sollte zum Original greifen.
- Wer die Serie zum ersten Mal mit Kindern schaut, kommt mit der Neuauflage vermutlich besser klar, weil Bild und Erzähltempo heutigen Sehgewohnheiten näher sind.
- Wer sich für die Entstehungsgeschichte von Zauberschul-Geschichten im Fernsehen interessiert, profitiert davon, beide Versionen zu kennen, weil sich daran zeigt, wie sich das gleiche Material über zwei Jahrzehnte verändert.
Ein Kriterium sollte man dabei nicht überbewerten: Keine der beiden Versionen ist die Vorlage für Harry Potter im direkten Sinn. Die Ähnlichkeiten liegen im Genre selbst, nicht in einer nachweisbaren Beeinflussung. Beide Werke greifen auf ein älteres Motiv zurück, das Kinderliteratur schon lange kennt: die besondere Schule als Ort, an dem gewöhnliche Kinder etwas Außergewöhnliches lernen.
Verfügbarkeit
Welche Version aktuell wo läuft, wechselt regelmäßig. Es lohnt sich, in den gängigen Streaming-Bibliotheken direkt nachzusehen, statt sich auf ältere Angaben zu verlassen. Beide Serien tauchen immer wieder in Mediatheken und auf Streamingplattformen auf, oft zeitlich begrenzt.
Fazit
Für einen ruhigen Fernsehabend mit Nostalgiefaktor ist das Original von 1998 die richtige Wahl. Wer eine Serie sucht, die auch heute noch junge Zuschauer bei der Stange hält, greift besser zur Neuauflage von 2017. Beide zeigen, dass die Idee der Zauberschule im Fernsehen keine Erfindung von Harry Potter war, sondern schon vorher existierte und immer wieder neu erzählt wurde.